Sarah Wagenknecht im Interview

Die Linke Sarah Wagenknecht verrät in einem langen Interview, wie sie wurde, was sie heute ist: eine Spitzenpolitikerin. Das Buch mit dem Interview – es enthält auch noch vier Reden von Sarah Wagenknecht – ist 2017 erschienen und wurde ein Spiegel-Bestseller. Jetzt liegt es als Taschenbuch vor. Mit Sarah Wagenknecht gesprochen hat der freie Autor und Publizist Florian Rötzer, Chefredakteur des Onlinemagazins „Telepolis“. Beide unterhielten sich – so der Untertitel – „über Goethe, die Macht und die Zukunft“.

Wegen ihrer Ansichten, ihrer Standfestigkeit und dem unbedingten Willen, in diesem Land Veränderungen herbeizuführen, vor allem für die Schwachen und Schwächsten dieser Gesellschaft, wird die Politikerin verachtet und angegriffen, von vielen jedoch geschätzt. Immer im Blickpunkt hat sie die soziale Gerechtigkeit. Wagenknecht erzählt in dem Interview aus ihrer Biographie, so von ihrer Kindheit bei den Großeltern in Jena, wo sie mit vier Jahren bereits lesen lernte, warum sie nie in einen Kindergarten wollte, aber auch, warum sie in der DDR nicht studieren durfte und nach der Einheit dennoch die DDR verteidigte und wie ihre politische Karriere begann. Sie gibt in einer bislang nicht gekannten Offenheit Einblick in ihr Denken, was ihr Wollen und Handeln erklärt. Selbst bei großen Anfeindungen, nicht selten sogar aus den eigenen Reihen, bleibt sie ihren Ansichten treu und nimmt persönliche Niederlagen in Kauf. Das Buch liest sich hintereinander weg, weil Wagenknechts Politiker-Deutsch, im Gegensatz zu manch anderem ihrer KollegInnen, nicht nur von inhaltlicher Substanz, sondern für alle verständlich ist, aber auch, weil man viel erfährt, was Sarah Wagenknecht bislang öffentlich noch nicht preisgegeben hat.   –er


Piper, www.Piper.de, ISBN 978-3-492-31334-6,  222 Seiten, 11,00 Euro