Mein Schmetterlingsjahr

Ganz aktuell in den Medien vertreten ist die Situation der Bienen, die durch den Einsatz von Umweltgiften immer weniger werden. Aber Peter Henning hat über Schmetterlinge geschrieben, die nicht weniger gefährdet sind. Henning mag die zartflügeligen Insekten, es sind seine Lieblinge, und so machte er sich ein Jahr lang kreuz und quer durch Europa auf die Suche nach den feinnervigen Tieren. Was er an Abenteuern von der südspanischen Sierra de Segura über das schweizerische Gstaad bis zur griechischen Insel Samos erlebte, hat er in dem Buch aufgeschrieben. Er beobachtete den Südlichen Schwalbenschwanz, Reseda-Weißlinge und den Griechischen Apollofalter. Auf die Uhr darf dabei nicht geschaut werden. Neun Nächte waren in der Nähe von Split für den Windenschwärmer erforderlich. Ältere unter uns werden spontan äußern: Ja früher, in ihrer Kindheit, da gehörten Schmetterlinge zum Bild der Natur. Ja früher! Forscher sprechen von einem Insektensterben von mehr als 50 Prozent innerhalb der letzten 30 Jahre. Rund 3800 Schmetterlingsarten kommen in Deutschland vor. Kommen oder kamen?

Der Autor analysiert die Verhaltensmuster und Überlebensstrategien dieser scheuen Wesen, die wir Menschen mögen, weil sie keinem von uns was zu Leide tun. Der Leser erfährt viel über Wissenswertes wie beispielsweise: „Manche Schmetterlinge leben gerade mal zwei Tage“, erläuterte Meschling in einem Interview, „benötigen aber, bis es soweit ist, manchmal eine Entwicklungszeit von bis zu einem Jahr und länger!“ Schmetterlinge sind ein Symbol für Leichtigkeit und Lebensfreude. Meschlings „Buch ist eine Liebeserklärung an die flüchtigen Wesen, die zum Schönsten und Geheimnisvollsten zählen, das die Natur zu bieten hat“, schreibt der Verlag. Wie wahr!    B. W.


Konrad Theiss Verlag, www.theiss.de, ISBN 978-3-8062-3687-3, 256 Seiten, 19,95 Euro