Mandelas Traum – meine Reise durch Südafrika

Nelson Mandela würde in diesem Jahr 100 Jahre alt. Der Freiheitskämpfer und erste schwarze Staatspräsident Südafrikas besitzt einen legendären Ruf. Sein Kampf gegen die Apartheid, die bis zu seiner Wahl 1994 das Land spaltete, machte ihn zum Nationalhelden. Tausende schauen jedes Jahr in die kleine Zelle auf der ehemaligen Gefängnisinsel Robben Island, in der Nelson Mandela 18 Jahre von insgesamt 27 seiner Haft abgesessen hat.

Die Journalistin Leonie March hat sich auf die Suche nach dem Erbe von Mandela begeben. Rund 3000 Kilometer ist sie quer durch Südafrika gefahren, sie beschreibt die heutige Entwicklung des Landes, den Reichtum auf der einen Seite, die Armut und Bildungsnot auf der anderen. Sie stellt fest: „Die Wunden, die die rassistische Vergangenheit gerissen hat, vernarben nur langsam und brechen immer wieder auf.“ March, die Südafrika zu ihrer Heimat gemacht hat, möchte erfahren, was das Land trotz aller Kontraste und Konflikte im Innersten zusammenhält. Sie spricht mit Menschen, einem Nachkommen der zu den Ureinwohnern gehörenden San, einer Umweltaktivistin, dem Projektmanager einer Kinderschutzorganisation  und Arbeitern, die bei Johannisburg illegal und unter Lebensgefahr in Minen nach Diamanten suchen. Täglich stehen sie alle vor großen Problemen, im Herzen aber tragen sie den Traum Mandelas von Freiheit und Gleichberechtigung und lassen sich nicht unterkriegen. Leonie March hat beobachtet, dass das die Mehrheit der Bevölkerung sei.     Bernd Wurlitzer


DuMont Reiseverlag, www.dumontreise.de, ISBN 978-3-7701-8289-3,  304 Seiten, 14,99 Euro