Hiddensee – 99 Besonderheiten der Insel

Die rund 1000 Einheimischen nennen ihre Insel Hiddensee liebevoll ›dat söte Länneken‹ (das süße Ländchen), das gerade mal 16,8 Kilometer lang und maximal 3,7 Kilometer breit ist. Und auf diesem kleinen, nur 19 Quadratkilometer großen Fleckchen Erde soll es 99 Besonderheiten geben? Gewiss, so die Befürchtung, haben die Autoren Andreas H. Apelt und Günter Pump auch den letzten Ginster-Strauch erwähnt. Mitnichten! Was sie alles aufgespürt haben, verdient Respekt. Ohne sie würde man wohl kaum die Schmiede am nördlichen Ortsrand von Kloster entdecken oder erfahren, wo der berühmte Intendant und Regisseur Walter Felsenstein wohnte. Im Gegensatz zu manch anderem Band in dieser Reihe stellen sie ebenfalls die die Highlights der Insel vor, so das Haus des Nobelpreisträgers Gerhart Hauptmann sowie sein Grab, den Leuchtturm auf dem Dornbusch und den Hiddensee-Goldschmuck, der als Nachbildung im Heimatmuseum gezeigt wird. Das Original ist gut gesichert im Stralsund Museum ausgestellt. Viele der im Buch vorgestellten Häuser befinden sich in Privatbesitz und eine Innenbesichtigung ist deshalb nicht möglich. Da hätte man sich beim Asta-Nielsen-Haus ›Karusel‹ den Hinweis gewünscht, dass man hier neuerdings eintreten darf.  

Wer keine Zeit hatte, das Buch vor seiner Hiddensee Reise zu kaufen, muss sich nicht ärgern. Die im Buch vorgestellte Insel-Buchhandlung in Kloster und die ›Koralle‹ in Vitte haben es garantiert im Sortiment. Wer keine Lust hat, mit dem Buch in der Hand vor Ort auf Entdeckungsreise zu gehen, der sucht sich ein gemütliches Plätzchen und liest hintereinander weg, vielleicht im ›Haus Wieseneck‹ oder im ›Enddorn‹ oder im ›Godewind‹, den Restaurants, die im Buch genannt werden. Oder man setzt sich auf eine der Holzbänke auf dem Bakenberg. Die 72 Meter hohe Erhebung im Norden Hiddensees wurde von den Autoren ebenfalls nicht vergessen.     -er


Mitteldeutscher Verlag, www.mitteldeutscherverlag.de, ISBN 978-3-95462-899-5, 160 Seiten, 12,99 Euro