Gault&Millau 2019

„Ob kreatives Spitzenrestaurant oder traditionsreicher Landgasthof – nie wurde in Deutschland so gut gekocht wie heute.“ Zu diesem Ergebnis kommt der Gault&Millau, neben dem Michelin einer der beiden einflussreichsten Restaurantführer. Die Deutschland-Ausgabe 2019 beschreibt 1026 Gourmetlokale, Landgasthöfe, Bistros und Hotelrestaurants. 32 Tester waren unterwegs, die „als zahlende Gäste und ohne jedwede Absprache“ die Einrichtungen besucht haben. Das versichert der Guide. Die Besten bekamen erneut 5 Kochmützen und 19,5 Punkte, bewertet werden Küche, Atmosphäre und der Charakter der Restaurants.  Im Gegensatz zum Michelin liefert der Gault& Millau ausführliche, pointierte Beschreibungen.

Der erste Gault& Millau erschien 1969 in Frankreich, benannt ist er nach seinen Herausgebern, den französischen Journalisten Henri Gault und Christian Millau. Gegenwärtig gibt es den Gault&Millau in zwölf Ländern, u. a. in Frankreich, Japan und Australien, weitere zehn Länder sollen in Kürze folgen, so Italien und Spanien. Die Tester konstatieren in der Deutschlandausgabe 2019, dass das luxuriöse Ambiente, mit denen die Spitzengastronomie lange Zeit verbunden war, zunehmend verschwinde, der Trend gehe zu einer neuen Unbeschwertheit. Auch in Deutschland haben sich in jüngster Zeit immer mehr junge unkonventionelle gastronomische Konzepte neben dem klassischen Restaurantformat entwickelt. In denen die Gastgeber, nach dem Vorbild Frankreichs und Skandinaviens, kulinarischen Anspruch mit Lockerheit verbinden. Der Guide hat deshalb erstmals das gelb unterlegte Signet „pop“ vergeben. Mit dem zeichnet er 70 Bistros, Szenetreffs und Asia-Diner aus, die keine Punkte bekamen, in denen aber „begeisterte Gastgeber ihre Vorstellungen von unkompliziertem Genuss umsetzen“.    R. R.


ZS Verlag GmbH, www.gaultmillau.de, ISBN 978-3-89883-840-5, 768 Seiten, 39,99 Euro