Falscher Tropfen

Baron Emilio von Ritzfeld-Hechenstein versteht viel vom Wein, denn er wuchs auf einem Weingut auf. Doch seit der Vater bankrott ist, fehlt es dem Baron an Geld, denn seine Vorlieben – guter Wein und gutes Essen – kann er nicht lassen. Zum Vorteil reicht ihm seine ausgezeichnete Beobachtungsgabe – der Baron verdient sein Geld als Privatdetektiv. Im Jahr 2012 stellte Autor Michael Böckler den Baron in „Tod oder Reben“ vor, zwei Jahre später folgte der zweite Band „Mord in bester Lage“, im Jahr 2016 dann „Mörderischer Jahrgang“ und jetzt, im Jahr 2018, erschien der vierte Band der Serie „Falscher Tropfen“, der ins sommerliche Bozen führt, die Hauptstadt Südtirols. Hier wird die Leiche von Franz Mitterlechner gefunden, eines bekannten Südtiroler Weinhändlers. Für Baron Ritzfeld-Hechenstein bekommt das Bedeutung, weil der Tote ihn testamentarisch mit einer Magnumflasche Tignanello bedacht hat, die im Safe liegt und den Vermerk trägt „Im Falle meines vorzeitigen Ablebens umgehend auszuhändigen.“ Und auf der Rückseite des Etiketts entdeckt er die Nachricht: „Lieber Emilio. Offenbar bin ich tot, sonst hättest du die Flasche nicht. Ich flehe dich an: Überführe meinen Mörder! Ich nenne dir seinen Namen. Er darf nicht davonkommen…“ Der Name ist nicht lesbar. Der Baron hat wieder einen komplizierten Fall zu lösen.

Michael Böckler hat sich mit seinen vier Bänden um den Baron Emilio von Ritzfeld-Hechenstein als Krimiautor einen Namen gemacht. Er versteht es, seine spannenden Fälle mit touristischen und kulinarischen Informationen zu verknüpfen. Auf den letzten 50 Seiten des Buches – als Anhang bezeichnet – stellt er Weine der Region vor und nennt Adressen von Restaurants mit Rezepten. Wenn es bei dem bisherigen zweijährigen Erscheinungstermin der Bücher bleiben sollte, wäre im Jahr 2020 der nächste Böckler-Krimi in dieser Reihe fällig. Doch eine Ankündigung dafür liegt noch nicht vor.    Ralf Roland


Rowohlt Taschenbuch Verlag,  www.rororo.de, ISBN 978-3-499-27349-0, 448 Seiten, 9,99 Euro