Entdeckungen im kleinen Schwerin

Die Autoren der Reihe „111 Orte, die man gesehen haben muss“ führen zu Objekten die wenig oder kaum bekannt sind, sie erzählen Anekdoten und Wissenswertes. So erfahren wir im Band Schwerin von Jela Henning (Fotos von Jens Hinrichsen) warum der Straßenfeger auf dem Marienplatz mit einer Bronzestatue geehrt wird, und dass Hofbaumeister Georg Adolph Demmler seine eigene Grabkapelle geschaffen hat. Einheimische werden vieles staunend zur Kenntnis nehmen. Doch Touristen, vor allem jene, die das erste Mal nach Schwerin kommen, dürften solche „Nebensächlichkeiten“ herzlich wenig interessieren, auch wenn sie noch so interessant sein mögen. Die Touristen eilen zu den Highlights der Stadt, dem Schloss, dem Burggarten, dem Dom. Die hätte die Autorin eigentlich übersehen müssen, wollte sie den Forderungen der Reihe gerecht werden. Das macht sie aber nicht. Vom Schloss und dem Burggarten hat sie Details gesucht wie die Schabracke im Kronensaal und die Grotte im Burggarten – und so lernen wir diese Highlight doch kennen. Der Dom dagegen kommt spärlich weg, das hätte aber nicht sein müssen, bietet auch er doch viel Unbekanntes. Mühelos wäre Jela Henning so auf die verlangten 111 Entdeckungen gekommen, die sie aber vermutlich nicht zusammengebracht hat. Denn die Entdeckungen 1 bis 7 führen in nördlich am Schweriner Außensee liegende Orte und 109 bis 111 gar in das rund 35 Kilometer östlich liegende Städtchen Sternberg. Aber wie dem auch sei: Der Band über Schwerin gliedert sich würdig in die Themenreihe ein, die 2008 startete und mittlerweile rund 450 Bände umfasst.      Bernd Wurlitzer


Emons Verlag GmbH, www.emons-verlag.de, ISBN 978-3-7408-0635-4,  240 Seiten, 17,50 Euro