Dunkelwald

Miriquido oder Mirikwidi nannte man vor Jahrhunderten das Gebirge zwischen Sachsen und Böhmen, es soll Finster- oder Dunkelwald bedeutet haben. Erst später, als Erzfunde die Region durcheinanderwirbelten, kam die Bezeichnung Erzgebirge auf. Anett Steiner hat sich für „Dunkelwald“ als Buchtitel entschieden, denn der passt zu den Erzählungen, die sie ausgekramt hat. Es sind Kriminalgeschichten, die in den weiten Tälern spielen, in denen seit Jahrhunderten wallende Nebelschwaden etwas Mystisches verbreiten. So greift sie die überlieferte Geschichte der Mordgrube zu Freiberg auf, dass im Jahr 1360 die Tänzer und Tänzerinnen eines öffentlichen Reigentanzes verschwanden. Spurlos – bis heute und das wiederholte sich im September 2017. Fünf Mädchen eines örtlichen Tanzvereins und ihr Trainer verschwanden, so, wie vor fast 700 Jahren die kleine Gruppe. Tage später fand man sie in einer illegal errichteten Fallgrube für Tiere. Vergangenes, meist Sagenhaftes, verknüpft Anett Steiner mit Ereignissen der Gegenwart. Sie berichtet von den Irrlichtern über dem kleinsten Hochmoor im Erzgebirge, die zu fünf Kinderskeletten in Hormersdorf führen und verrät, was hinter dem „Schwebenden Fräulein“ steckt. Insgesamt 25 Geschichten erzählt die Autorin.   -er


Bild und Heimat, www.bild-und-heimat.de, ISBN 978-3-95958-149-3, 208 Seiten, 9,99 Euro