Die Welt von oben

Torsten Johannknecht möchte eine Weltreise machen, eine „stinknormale“, wie er im Vorwort schreibt. Doch das ist ihm nicht möglich. Mit 205 Zentimeter Körpergröße und Schuhgröße 52 geht das nicht. Auf solche Riesen ist keiner eingestellt, weder die Fluggesellschaften noch die Hotels. Johannkrecht kommt seine Körpergröße ständig in die Quere. Dennoch begibt er sich mit seiner Partnerin Bärbel auf die Reise, von Kolumbien bis Patagonien durch Südamerika, nach Neuseeland und Australien, in die Südsee und nach Asien. „3 Kontinente, 7 Monate und jede Menge Abenteuer – in Schuhgröße 52“ lautet der Untertitel des Buches „Die Welt von oben“. Nicht alle Erlebnisse fand Johannknecht amüsant, so, als ihm auf dem einsamen Campingplatz am Meeresarm Milford Sound  in Neuseeland seine Riesen-Wanderschuhe geklaut wurden.

Die Körpergrößen-Probleme hat der Autor nicht nur in anderen Ländern. Auch zu Hause muss Johannknecht bei Begrüßungen meist in Kniebeugehaltung gehen. In Berlin schwingt er sich am liebsten aufs Fahrrad, zu seinem Vorteil und dem anderer. Denn setzt er sich in Bus oder U-Bahn, blockiert er zwei Plätze und die meisten stolpern über seine Beine. Im Kino hofft er auf freie Platzwahl, denn dann setzt er sich zur Freude anderer an den Rand. Die Körpergröße hat aber auch Vorteile – so muss Johannknecht selten auf eine Leiter steigen. Was hat ihm die Reise gebracht? Johannknecht zitiert den britischen Schriftsteller Graham Greene, der meinte: Niemand kommt von einer Reise so zurück, wie er weggefahren ist.       R. R.


Wilhelm Goldmann Verlag, www.goldmann-verlag.de, ISBN 978-3-442-15949-9, 272 Seiten 12,00 Euro