Die Kapverden – ein afrikanisches Naturparadies

Etwas wärmer könnte es sein! Also ab in die Sonne. Es müssen nicht immer Gran Canaria oder Teneriffa sein, nur zwei Flugstunden südlich der Kanaren erreicht man die Kapverdischen Inseln. Auf den Inseln des ewigen Sommers vor der Küste Afrikas, scheint die Sonne 365 Tage im Jahr, die Temperatur beträgt das ganze Jahr über 21 bis 29 Grad. Von Deutschland geht es über Lissabon zu dem Inselstaat im Zentralatlantik. Manuel erwartet uns, er ist Gästeführer auf São Vicente, einer der neun bewohnten Inseln. Er spricht gut Englisch und verdient sich ein paar Escudo zu seinem tristen Bürojob dazu. Mindelo, die zweitgrößte Stadt des Inselstaates zeigt sich als bunter Mix von Afrika und Europa, manches erinnert noch an die ehemalige portugiesische Kolonie. Auf dem nahen Markt herrscht Ruhe: Mittagszeit. Am Strand, der sich kilometerweit hinzieht, sind wir fast allein. Einige Palmen spenden Schatten. Nur ganz wenige Ferienanlagen gibt es bis jetzt. In der Ferne ragt das schroffe Felsmassiv auf mit der höchsten Erhebung des Eilands, dem 750 m hohen Monte Verde. Quirlig und laut geht es dagegen auf dem Fischmarkt in Praia, der Hauptstadt der Insel Santiago, zu. Am Hafenkai fotografieren wir, wie Fischer mit ihren kleinen Holzbooten anlanden und riesige Fische an Land bringen. Solche Prachtexemplare haben wir noch nie gesehen. Manuel ist allerdings traurig, weil wir keinen Buckelwal zu Gesicht bekamen. Urlaub auf den Kap Verden ist (noch) Erholung abseits des Massentourismus. Doch die großen Reiseveranstalter entdecken zunehmend die Inseln der einstigen portugiesischen Kolonie. “Wann ist es bei Euch am schönsten”, fragen wir Manuel. „Von August bis Oktober“, lautet seine Antwort, „denn da regnet es.“ Nun wissen wir es: In diesen drei Monaten wird Manuel uns auf seinen Sonneninseln nicht sehen.  Bernd Wurlitzer