Das letzte Jahr der DDR

Seit dem 3. Oktober 1990 gibt es den zweiten deutschen Staat nicht mehr. Nach 41 Jahren verschwand die DDR von den Landkarten. Das Ereignis vollzog sich aber nicht sang- und klanglos. Im letzten Jahr des Arbeiter-und-Bauern-Staates passierte enorm viel. Das Jahr begann mit dem 7. Oktober 1989, mit der Jubelfeier zum „Republikgeburtstag“ im inzwischen geschleiften Palast der Republik und mit dem rebellierenden Volk vor der Tür. Zumindest mit dem Teil, der sich was wagte und der letztlich die SED-Führung stürzte, die Öffnung der Mauer erzwang und mit dem Runden Tisch eine Art Parallelregierung schuf. Der aus den ersten freien Wahlen hervorgegangene Ministerpräsident de Maiziere sagte auf der konstituierenden Kabinettssitzung: Wir sind angetreten, „uns selbst abzuschaffen“. Doch zuvor war eine Riesenaufgabe zu meistern, mit den aus dem Westen herbeigeeilten „Beratern“ an der Seite: Die DDR in die Bundesrepublik einzugliedern, sie „anzuschließen“. Nach 199 Tagen war die Aufgabe gemeistert

Hannes Bahrmann und Christoph Links haben in dem Buch „Finale. Das letzte Jahr der DDR“ mit Fotos von Andreas Kämpfer Ereignisse aufgeschrieben, die in den Geschichtsbüchern erhalten bleiben sollten. Es sind Dokumentationen, Hintergrundberichte, Porträts und Zeitzeugenberichte. Alles kurz und bündig wie die Erklärung des Staatsschauspiels Dresden, die Wahl von Ibrahim Böhme zum Ost-SPD-Vorsitzenden und dessen Enttarnung als Stasi-Spitzel, die Sowjetarmee in der DDR. Aber auch das letzte Spiel der DDR-Fußballelf mit einem 2 : 0 Sieg gegen Belgien. Und dazu für jeden Monat eine knappe Dokumentation der Ereignisse und „Die DDR im Spiegel ihrer Witze“ wie der: „Welches ist das kleinste Buch der Welt? – Der DDR- Reiseatlas“.    R. Roland


Christoph Links Verlag GmbH, www.christoph-links-verlag.de, ISBN 978-3-96289-061-2,  320 Seiten, 18,50 Euro