Bei Prominenten zu Besuch

Heinz Rühmann, Götz George und Harald Juhnke strahlen vom Cover des Buches. Sie gehören zu den 15 Prominenten, die in Berlin-Zehlendorf und den Nachbargemeinden Wannsee und Nikolassee wohnten und die Gerhard Drexel ausführlich vorstellt. Wer hier lebt, der hat es geschafft – so heißt es. Zehlendorf gilt als eins der wohlhabendsten Gebiete Berlins, die Villen um den Waldsee zählen zu den prachtvollsten in der Hauptstadt. 145 Kurzbiographien verzeichnet das Adressenverzeichnis des Buches. Ach, wird mancher sagen, die oder der wohnte auch hier? Wie Edith Hancke, mehrmals als beliebteste Berliner Schauspielerin geehrt oder Wolfgang Menge, der sich mit der Fernsehfigur des Spießers „Ekel Alfred“ unsterblich gemacht hat. Sieben Rundgänge führen zu vielfach sehenswerten Villen, in denen einst Berühmtheiten residierten. Übersichtskarten sorgen dafür, dass man sich nicht verläuft und genau dorthin gelangt, wo man hin möchte.

Die Friedhöfe dieser Gegend gelten als Prominentenbeerdigungsstätten. Der Studentenführer Rudi Dutschke und der Verleger Axel Cäsar Springer, der Widerstandskämpfer Adolf Reichwein und der Chirurg Ferdinand Sauerbruch liegen hier ebenso begraben wie der Schlagersänger „Bully“ Buhlan, der Politiker Klaus Gysi sowie die Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef. Mit Drexels Buch in der Hand kann man sich auf Spurensuche auf den Friedhöfen begeben, die Gräber sind exakt bezeichnet. Der Geschichtsinteressierte erfährt auch viel über die Entstehung von Zehlendorf. Als die neue Wannseebahn ab 1874 eine rasche Verbindung nach Berlin herstellte, rückte das Gebiet um Zehlendorf mit seinen Seen und der Havel in den Blickpunkt wohlhabender Berliner Bürger. Seit etwa 1900 entwickelte sich Zehlendorf zum beliebtesten Berliner Villenvorort, schreibt Autor Drexel.  -er


be.bra Verlag, www.bebraverlag.de, ISBN 978-3-8148-0237-4, 288 Seiten, 20,00 Euro