111 x La Palma

In den Buchhandlungen fällt schon geraume Zeit eine Reiseführerreihe rein optisch auf, vor allem aber bei einem Blick ins Innere: die „111 Orte“ aus dem Emons Verlag Köln. Die Vorgabe des Verlages: 111 Tipps müssen es sein. Die Autoren haben so lange zu suchen, bis sie die 111 sehenswerten Orte zusammen haben. Es gibt Bände zu 111 Orten unter anderem an der Algarve, im Harz, auf Mallorca, in Wien, Rom und neuerdings auch „111 Orte auf La Palma“. Die zusammenzutragen, so die beiden Autorinnen im Vorwort, erschien manchen als ehrgeiziges Unterfangen. Kirsten Lux und Lisa Graf-Riemann haben es gemeistert, sie stellen Bekanntes vor, haben aber auch manches Neue entdeckt.

Die nördlichste Kanareninsel, gern auch als “Isla Bonita”, die schöne Insel bezeichnet, wählen gern Naturliebhaber als Reiseziel. Die Autoren zeigen deshalb den Weg zu imposanten Vulkanen (S. 98, 124, 128), dichten Wäldern (S. 74) und dem schwarzen Strand von Puntallana (S. 150). Von dem Unterwasser-Friedhof bei Malpique (S. 48) geht es zur Bananenstraße (S. 42) und weiter auf das Dach der Insel, den Roque de los Muchachos (S. 64). Manches, das die Autorinnen vorstellen, gehört in den Bereich der „skurillen, originellen Orte“, wie sie im Vorwort treffend schreiben. Dazu zählen darf man in Santa Cruz das Fußballstadion Silvestre Carrillo auf dem Dach eines Einkaufszentrum (S. 210).

Die Entdeckungstouren machen hungrig und durstig. Also auf ins Enriclai (S. 182), das kleinste Restaurant der Insel in der Altstadt von Santa Cruz. Eine Speisekarte existiert nicht, angeboten wird, was der Markt an Frischem hergibt. Sollten die Plätze an den vier Tischen besetzt sein, wie wäre es dann mit der Bar Teneguia (S. 16) in San Pedro, wo es die besten Eintöpfe der Insel geben soll? 111 Orte auf La Palme warten darauf, entdeckt zu werden.    B. W.


Emons Verlag GmbH, www.emons-verlag.de, ISBN 978-3-7408-0345-2, 240 Seiten, 16,95 Euro