111 x Jena

Matthias Pick kennt sich in Jena, Thüringens zweitgrößter Stadt, bestens aus. Er führt in seinem Buch unter anderem zum Curt-Unckel-Gedenkstein im Paradiespark (S. 42), zu einem ruinös gewordenen Pförtnerhaus im Ortsteil Göschwitz (S. 112) und zum Relief der Riesenweintraube am Haus Markt 8 (S. 170). Diese drei Orte gehören zu insgesamt 111, die er in dem Buch präsentiert und die man in der Saalestadt gesehen haben muss. Das meinen jedenfalls Verlag und Autor. Wo bleiben in dem Buch aber das Optische Museum der Ernst-Abbe-Stiftung, das optische Instrumente aus acht Jahrhunderten vereint, die Goethe Gedenkstätte am Fürstengraben und Friedrichs Schillers Sommerdomizil? Orte, deretwegen viele nach Jena reisen und die jeder Reiseführer verzeichnet.

Das Buch mag vor allem für Einheimische interessant sein, denn das meiste, das Matthias Pick in Wort und Bild präsentiert, dürfte vielen von ihnen unbekannt sein. Und selbst wenn man schon einmal vorbeigelaufen ist, weiß man oftmals nicht um die Geschichte, die damit verbunden ist, die der Autor akribisch recherchiert hat und kurzweilig erzählt. Der reisende Tourist dagegen wird nicht umhin kommen, einen der üblichen Reiseführer einzustecken, denn sonst lernt er nur die vielen  mitunter skurrilen Kleinigkeiten kennen, die Pick entdeckt hat, die Jena zwar als eine vielseitige Stadt zeigen, aber an den Highlights von Jena dagegen wird er vorbeilaufen.    R. R.


Emons Verlag, www.emons-verlag.de, ISBN 978-3-7408-0427-5, 240 Seiten, 16,95 Euro