Weg mit der Kurtaxe?

Die Kurtaxe gehört seit jeher zu den unbeliebtesten Gebühren. Zahlen muss derjenige, der sich in einem Ferienort erholt und sei es, dass er nur wenige Stunden das Meeresrauschen am Strand genießen möchte. In Schleswig- Holstein dürfen 185 anerkannte Kur- und Erholungsorte von ihren Gästen Kurtaxe kassieren. Die möchte Wirtschaftsminister Meyer abschaffen – der Marketingeffekt wäre wahrlich enorm. Das haben auch Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen erkannt, auch dort debattiert man über ein „weg mit der Kurtaxe, her mit der Tourismusabgabe“. Diese Tourismusabgabe sollen nicht die Gäste zahlen, sondern alle Unternehmen, die in den Ferienorten direkt oder indirekt von den Urlaubsgästen profitieren. Doch sind alle auch in der Lage – bei oftmals knappen Kalkulationen und geringen Gewinnmargen – diese Abgabe zu schultern? Man wird die Tourismusabgabe wohl den Gästen aufbürden, auf die ein höherer Zimmerpreis, höherer Eintritt ins Erlebnisbad und höhere Preise im Supermarkt zukommen werden. Verlierer wären also die Gäste, denn die müssten in Zukunft mehr bezahlen als die bisher maximal 3,50 Euro Kurtaxe pro Tag, Gewinner wären die Landesregierungen. Wenn es nicht so wäre, würde sich dort wohl niemand für „ weg mit der Kurtaxe, her mit der Tourismusabgabe“ interessieren, meint Bernd Wurlitzer