… und in Thüringen

Die Stätten für Goethe, Schiller, Bach und Luther werden in Thüringen gepflegt und prägen jeden Reiseführer. Doch in Thüringen verstecken sich auch Orte, die kaum noch einer kennt, die vergessen sind und ruinös wurden. 14 davon haben Arno Specht und Uwe Schimunek ausgewählt, so das Jagdschloss Rathsfeld im sagenumwobenen Kyffhäusergebirge, das Kaiser Wilhelm II. ebenso zu seinen Gästen zählte wie später erholungssuchende Soldaten. Die Biographie nach der Einheit ist typisch für ein solches Bauwerk: Es wurde an einen privaten Investor verkauft, der es verfallen ließ. Auch bei der Sophienheilstätte bei Bad Berka, die einst Tuberkulosekranke beherbergte und in der man später orthopädische und urologische Leiden kurierte, lässt sich die einstige Pracht kaum noch erahnen. Beim verlassenen Hotel „Schwarzeck“ in Bad Blankenburg gehört viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, das es der berühmte Marc Chagall als einen Ort bezeichnete, „an dem selbst die Götter leben könnten“. Und nicht mehr lange wird es dauern, bis nichts mehr an das Gästehaus erinnert, das Walter Ulbricht, der seinerzeit mächtige SED-Partei- und Staatschef der DDR, im Wald bei Oberhof errichten ließ. Vandale haben sich an dem seit Jahren ungenutzten Gebäude ausgetobt. Das Buch hält die Erinnerung an geschichsträchtige Orte wach.    Bewu.


Jaron Verlag, www.jaron-verlag.de, ISBN978-3-89773-947-5, 96 Seiten, 12,95 Euro