Störenfriede

Die Restaurants-Guides 2013 widmen auch dem Service große Aufmerksamkeit. Aber was nutzt eine gute Küche, wenn man die Köstlichkeiten nicht in Ruhe genießen kann? Der Service, das las ich bereits in der Vorjahresausgabe des „Gault Millau“, „findet sich wahrscheinlich voll in seiner Wichtigkeit bestätigt, wenn seine Überpräsenz als störend empfunden wird“. FC-Bayer-Präsident Uli Hoeneß spricht mir aus dem Herzen: „Ich mag es nicht, wenn der Ober 17-mal zu mir kommt, um mir das Wasser nachzuschenken. Das kann ich selbst. Ich will auch meine Ruhe beim Essen haben.“  Mir geht das oft beim Frühstück so. Die ständige Frage, soll Kaffee nachgegossen werden, hat es mir schon vielfach verleidet. „Störenfriede“, schreibt der „Gault Millau“,  und das sage ich in diesen Fällen auch. Besonders groß ist mein Ärger, wenn die Tasse irgendwann leer ist, ich dann aber oftmals vergeblich nach dem Service Ausschau halte. Ein Hoch auf die Thermoskannen! Die mancher Hotelier aber vermutlich nicht gut genug befindet für sein Haus, und sie deshalb nicht einsetzt. Aber geht es nach dem Hotelier? Sollte es nicht nach den Wünschen der Gäste gehen, fragt

Bernd Wurlitzer