Kamelienzeit in Sachsen

Es ist wieder die Zeit der Kamelienblüte. Die aus Japan stammenden Pflanzen, auch „Teerosen des Winters“ genannt, zeigen von Ende Januar bis Ende März ihre wunderschönen weißen oder roten Blüten. An vier Orte kann man in Sachsen reisen, um sich an der Blütenpracht zu erfreuen. Die bekannteste Kamelie steht im Schlosspark in Pillnitz, gut geschützt in einem eigens für sie errichteten Glashaus. Seit 1801 befindet sie sich an ihrem heutigen Standort, mit rund 230 Jahren soll sie die älteste Kamelie nördlich der Alpen sein.

Lohnende Ausflugsziele sind aber auch die anderen Kamelien-Standorte in Sachsen, beispielsweise das eher unbekannte Städtchen Roßwein in der Nähe von Döbeln. Das Prachtstück in der Kamelienausstellung ist die „Alba plena“ – wie der Name sagt – eine Kamelie mit strahlend weißen gefüllten Blüten, jeweils 6,50 m hoch und breit sowie mit einem Stammumfang von 80 cm. Ihr Alter wird auf über 200 Jahre geschätzt, damit gilt sie als die zweitälteste in Europa nördlich der Alpen. Im Wolfstal bei Roßwein ließ der Pflanzenliebhaber Graf Einsiedel 1797 zwei Gewächshäuser errichten und zog dort Pflanzen aus der Pillnitzer Schlossgärtnerei auf. Eine wechselvolle Geschichte folgte über die Jahrhunderte, aber immer ist es engagierten Bürgern zu verdanken, dass die Kamelie gepflegt wurde und erhalten blieb, sodass sie bis heute jedes Jahr mit ihrer Blütenpracht die Menschen erfreuen kann. Seit dem Jahr 2000 kümmert sich der örtliche Heimatverein gemeinsam mit der Stadtverwaltung darum, dass es der „Alba plena“, den beiden rund 100 Jahre alten, rotblütigen „Chandlers Elegans“ und „Lady Campbell“ sowie den weiteren rund 50 Kamelien gut geht und sie Jahr für Jahr kräftige Blüten ausbilden. Die gärtnerische Pflege übernimmt dabei der Baubetriebshof  Roßwein. Während der Blütezeit von Januar bis März sichern die Mitglieder des Heimatvereins die Betreuung der Pflanzen und Besucher, ehrenamtlich versteht sich. „Wir machen das sehr gern und freuen uns, wenn Besucher zu uns kommen und überrascht sind, was sie hier sehen und einfach nur die Blütenpracht genießen“, so Martina Thiele, Vorsitzende des Heimatvereins Roßwein. Bei kostenlosem Eintritt lassen viele Gäste gern eine Spende da, die wiederum in die Unterhaltung der Kamelie fließt. Denn zu tun gibt es immer etwas. Erst in den letzten Jahren wurde mit den Geldern das Glasdach des Gewächshauses erneuert.  Kerstin Sucher


Geöffnet: Ende Januar – Mitte März Sa und So 11–16 Uhr, kostenfreier Eintritt, Anfahrt über den Roßweiner Ortsteil Seifersdorf bis zum Parkplatz Freibad, von dort wenige Minuten zu Fuß zum Kamelienhaus

Roßwein OT Wolfstal, Tel. 0151 70110151, www.heimatverein-rosswein.de, www.rosswein.de