Ein sterbender Mann

Martin Walser feierte in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag, er gehört zu den renommiertesten Schriftstellern unserer Zeit. Wenn ein neues Werk von ihm erscheint, wird es gekauft, ganz gleich, welchen Titel es trägt und welchen Inhalt es hat. Sein neuer Roman „über das Altsein, die Liebe und den Verrat ist beeindruckend gegenwärtig, funkelnd von sprachlicher Schönheit und überwältigend durch seine beispiellose emotionale Kraft.“ So steht es im Klappentext. Und weil es ein Walser-Buch ist, waren dem Autor ausführliche Besprechungen in den Feuilletons sicher.
Walser erzählt vom Lebensende, vom Verrat unter Freunden, vom Suizidwunsch, aber auch von einer neuen Liebe. Der 72-jährige Theo Schadt, die Hauptfigur in Walsers Roman, ist nicht mit ihm gleichzusetzen. Doch Vergleiche scheinen nicht abwegig, denn der Unternehmer Schadt hat viel mit einem Schriftsteller gemeinsam. Walser scheint mit dem Buch Abschied vom Schreiben zu nehmen. Der Roman verrät bereits im Titel, wie die Geschichte ausgeht: „Ein sterbender Mann“.


Rowohlt Verlag, www.rowohlt.de, ISBN-978-3-498-07288-6, 288 Seiten, 19,95 Euro