Die Meisterköche 2012

Sie gelten als die Bibeln unter den Restaurantführern, der Michelin und der Gault Millau. Für manchen Chef de Cuisine brach schon eine Welt zusammen, wenn ihm Sterne aberkannt oder Punkte und Kochmützen weggenommen wurden. Der Michelin stellt in seiner aktuellen Ausgabe  2157 Restaurants und 4227 Hotels vor, der Gault Millau kommentiert 1060 Restaurants und gibt 370 Hotelempfehlungen. In beiden finden sich nicht nur Häuser der Spitzengastronomie, für deren Besuch eine gut gefüllte Geldbörse erforderlich ist, sondern auch Restaurants für den kleineren Geldbeutel. Wer gut essen möchte, braucht Deutschland nicht zu verlassen. Nach Frankreich, so das Ergebnis der anonymen Michelin-Tester, hat Deutschland die meisten Adressen mit der höchsten gastronomischen Auszeichnung in Europa. Zum  „Koch des Jahres“ kürten die Kritiker des Gaul Millau Andree Köthe vom Essigbrätlein in Nürnberg, der auch beim Michelin punktete: Der vergab 2 Sterne. Eine solche Übereinstimmung ist nicht immer gegeben, letztlich handelt es sich immer um Momentaufnahmen.

Zu welchem der beiden Führer soll man greifen? Wer kurz und prägnante Hinweise mag, der liegt mit dem Michelin richtig, wer aber auch Lesevergnügen wünscht, sich an teilweise sarkastischen, spitzen Bemerkungen amüsieren möchte, der greift zum Gault Millau. Für die Sakkotasche oder gar für eine kleine Damenhandtasche sind beide nicht geeignet – ausführliche Texte ergeben auch ein umfangreicheres Werk und das hat sein Gewicht: Der Gault Millau wiegt 1 Kilogramm und 107 Gramm, der Michelin dagegen bringt 646 Gramm auf die Waage. Vielleicht hilft das dem einen oder anderem bei der Wahl.  Bewu.


Der Michelin-Führer Deutschland 2012: 1440 Seiten, ISBN 978-2-06-716584-7, 29,95 €, www.ViaMichelin.de

Gault Millau Deutschland 2012: Christian Verlag, 914 Seiten, ISBN 978-3-88472-955-7, 29,95 €, www.gaultmillau.de