Die Gourmet-Bibeln 2018

Mit Spannung warten vor allem die Getesteten jedes Jahr im Herbst auf die Beurteilungen. Gehöre ich zu denen, die in den Guides geehrt werden? Der „Gault Millau“, von vielen erwartet, aber wegen seiner strengen Urteile und zuweilen sarkastischen Begründungen auch gefürchtet, bewertet und beschreibt in seiner neuen Ausgabe 900 Adressen, 749 von ihnen –  Gourmetlokale und Landgasthöfe, Bistros und Hotelrestaurants –  haben die 31 Tester die begehrten Kochmützen verliehen. Die Palette reicht von internationaler bis deutscher Küche. Zum Koch des Jahres wurde Christian Bau aus dem saarländischen Perl-Nennig gekürt, der 19,5 von 20 möglichen Punkten bekam. Das steht für „weltbeste Restaurants“.  Bei ihm „verbinden sich japanische und französische Einflüsse zum eigenen Stil, zu dessen wichtigsten Säulen ein geradezu fanatisches Verhältnis zum guten Produkt zählt“ wird geurteilt. Mit Christian Bau führen weitere sieben Köche mit 19,5 Punkten Deutschlands Hitparade der Köche an. „Aufsteiger des Jahres“ ist  Dirk Hoberg vom „Ophelia“ in Konstanz, „Entdecker des Jahres“ René Klages vom „17fuffzig“ in Burg im Spreewald  und „Sommelier des Jahres“ Christian Wilhelm vom „Falco“ in Leipzig. Interessant in dem Buch das Thailand Spezial mit Geschichte, Esskultur und Reisetipps und der Sonderteil Südtirol.

Christian Bau, Dirk Hober und René Klages wurden auch von den Testern des „Michelin“ mit Sternen geehrt. Die Bibel der Gastro-Branche überprüfte nach eigenen Angaben 2232 Restaurants und 1777 Hotels, 300 Restaurants bekamen einen der begehrten Michelin-Sterne, das sind acht mehr als im Vorjahr. In der Hauptstadt Berlin dürfen sich wie bisher sieben Restaurants mit zwei Sternen und 14 mit  einem schmücken. Interessant: Darunter befindet sich mit dem „Cookies Cream“ ein Haus, das voll auf vegetarische Küche setzt. Bewertet haben die anonym tätigen Tester wie stets die Qualität und Frische der Zutaten, die Kreativität und Qualität der Zubereitung, die geschmackliche Harmonie des Gerichts, die Garzeiten und letztlich die Präsentation des Gerichts. In Deutschland gibt es jetzt elf Adressen, die drei Sterne tragen, das Spitzenprädikat des Guide Michelin für exzellente Kochkunst. Deutschlands Köche sorgen dafür, resümierte Michael Ellis, internationaler Direktor des Guide Michelin, „dass die deutsche Spitzengastronomie heute unbestritten zu den besten der Welt zählt. Ihre Gäste können aus einem breiten Spektrum von Küchenstilen und Gastronomiekonzepten wählen, weshalb es einem hierzulande als Gourmet nie langweilig wird“. Und im „Gault Millau“ heißt es: Die deutsche Küche ist „heute so facettenreich und kreativ wie nie zuvor.“ Doch alles kann noch besser werden. Spitzenkoch Joachim Wissler vom Schloss Bensberg gibt  in den „neuesten Genusstrends“ den Rat: „Wir müssen uns auf unsere eigenen kulinarischen Wurzeln besinnen, unsere Bodenständigkeit auf höchstem Niveau darstellen“.  Die erste Ausgabe des „Michelin“ mit Restaurants- und Hotelempfehlungen erschien 1934, die erste deutsche Ausgabe des „Gault Millau“ kam 1983 auf den Markt.   Bewu.


Gault Millau, ZS Verlag, www.zs-verlag.com, ISBN  978-3-89883-721-7, 732 Seiten, 39,99 Euro.

Michelin Deutschland, www.restaurant.michelin.de, ISBN 978-2-06-722363-9,1104 Seiten, 29,95 Euro.