Die Gourmet-Bibeln 2015

Die ersten, die jedes Jahr aufs Neue nervös im „ Guide Michelin Deutschland“ und „Gault Millau Deutschland“ blättern, sind keine Gäste, sondern die Chefs de Cuisines. Habe ich einen Stern bekommen, habe ich einen verloren? Die Sterne gelten weltweit als Synonym für eine hervorragende Küche. Sterne und Punkte sind nicht nur Bestätigung für die Leistung und ein Motivationsschub, sie erhöhen den Bekanntheitsgrad des Restaurants, bringen mehr Gäste und steigern so den Umsatz. 282 Stern-Adressen finden sich im jüngsten Michelin, davon 11 Mal drei, also die Höchstwertung. Der Gault Millau vergab an 35 Restaurants die Wertungen von 18 bis 19,5 Punkten. Die Suche nach der Höchstwertung ist erneut vergeblich, die Herausgeber meinen weiterhin, dass „nur der liebe Gott, aber kein Mensch Vollkommenheit feststellen kann“.

Bei den Küchenchefs sind beide Guide gefragt, was aber, wenn ein Gast nur einen wünscht, zu welchem soll er greifen? Wer kurze und prägnante Hinweise bevorzugt, der liegt mit dem „Michelin“ richtig, wer aber auch an Lesevergnügen interessiert ist, sich über die teilweise sarkastischen, spitzen (und von den Küchenchefs gefürchteten) Bemerkungen amüsieren möchte, der greift zum „Gault Millau“.  Ralf Roland


Michelin Deutschland, www.restaurant.michelin.de, ISBN 2-06-719718-3,1404 Seiten, 29,90 Euro;

Gault Millau, Christian-Verlag, www.christian-verlag.de, ISBN 3-86244-686-5, 900 Seiten, 29,99 Euro