Darßer Haustüren

Auf dem Darß lächelt zu allen Jahreszeiten die aufgehende Sonne. Denn sie gehört zu den Motiven der typischen farbig geschnitzten Haustüren. Die Sonne symbolisierte den Wunsch des Seemanns nach einer glücklichen Heimkehr. Oft sind auch Tulpensträuße zu sehen, als Zeichen für Licht und Leben. Hartnäckig hält sich die Legende, die Seeleute hätten die Türen auf den Segelschiffen geschnitzt und bemalt, um sich damit die Zeit auf den langen Reisen zu vertreiben. Die Autoren Frank Braun und René Roloff bezeichnen das als Seemannsgarn. Wurde doch hohes Tischlerkönnen für solche Türen verlangt. Bis zu 40 verschiedene Werkzeuge und etwa 120 Arbeitsstunden waren erforderlich, auch gab es auf den kleinen Schiffen für diese Arbeiten schlichtweg keinen Platz. Als Legende erweist sich ebenfalls die Behauptung, die Seeleute hätten den Rest der Schiffsfarben für ihre Haustüren verwendet. Die farbenfrohe Haustür kam erst um 1931 auf. Eins hat sich jedoch bis heute nicht verändert: Wem es gut geht, der zeigt das mit aufwendig von Kunsttischlern hergestellten Haustüren.   -er


Thomas Helms Verlag, www.thv.de, ISBN  978-3.944033-13-6, 56 Seiten, 8,90 Euro