Blick in die Vergangenheit

Historische Romane liegen im Trend, besonders jene mit einem wahren Hintergrund. Sie sind eine Art Geschichtsbuch. Die Zeit der Wikinger, also das Frühmittelalter, bietet reichlich Stoff, doch die authentischen Überlieferungen sind dürftig. Für Autoren also viel Spielraum, das Vorhandene zu nehmen und darum Geschichten anzusiedeln, die somit zu Geschichte werden. Mit der Zeit, als die Wikinger Christen wurden,also die 960er Jahre, macht uns der  Roman„Das weiße Gold des Nordens“ bekannt. Während Autor Axel S. Meyer nicht herausbekommen hat, ob es die Schlacht am Thrandheimfjord oder um Hladir wirklich gegeben hat, kann sich Bettina Szrama auf ein wirkliches Ereignis berufen: 10 Pfund Gold und Silber, Perlen und Edelsteine wurden am 6. März 1698 aus der Michaeliskirche von Lüneburg  geraubt, die den Hauptaltar der Kirche schmückten. Der Lüneburger Raub ging in die Geschichtsbücher ein, doch wenigweiß man über den Räuber Nikol List. Der trieb mit seiner Geliebten, die sich Anna von Sein nennt, vor allem im Norden  Deutschlands sein Unwesen. In Bettina Szrams Roman „Die Hure und der Meisterdieb“ lernen wir beide kennen.


„Das weiße Gold des Nordens“ von Axel S. Meyer, Rororo-Verlag, ISBN 978-3-499-26714-7, 670 Seiten, 9,00 Euro

„Die Hure und der Meisterdieb“ von Bettina Szrama, Gmeiner-Verlag, ISBN 9-783839-21214-1,  382 Seiten, 12,90 Euro