111 Orte auf Rügen, die man gesehen haben muss

Wer wiederholt nach Rügen reist, kennt die Kreidefelsen, die Seebrücke Sellin, das Schloss Granitz und den ›Rasenden Roland‹, also die Highlights der Insel. Doch Langeweile muss auch bei künftigen Reisen nicht aufkommen, denn Maren Kaschner und Anselm Neft haben – wie es für diese mittlerweile umfangreiche Reihe des Emons-Verlags üblich ist – verwunschene Plätze und Ecken ausfindig gemacht, zu denen sich Touristen eher selten verirren, weil sie nicht bekannt sind. Auch viele Einheimische dürften beim Blättern in dem Buch noch manch Unbekanntes entdecken. Nicht nur auf Rügen waren die Autoren unterwegs, sondern auch auf der Nachbarinsel Hiddensee und in der Hansestadt Stralsund. Sie spürten das verwilderte Areal des DDR-Kinderferienlagers in Göhren ebenso auf wie den Obsthof Altkamp. Ob ein Urlauber, der das erste Mal auf Rügen weilt, die allerdings gesehen haben muss, darüber lässt sich gewiss streiten. Und auch, ob das „außergewöhnliche Orte“ sind, wie auf dem Rücktitel hervorgehoben. Entdeckungen sind es aber allemal. Und sie werden − das sollte ausdrücklich erwähnt werden − in einer netten Schreibe präsentiert. Die übertüncht kleine Schnitzer. Beispielsweise, dass das Cliff-Hotel angeblich zu DDR-Zeiten einen Privatstrand besaß (S. 28; die heute dort stehenden Schilder stammen aus der Jetztzeit) oder dass es DDR-Kinderferienlager auch im Fichtelgebirge gegeben haben soll (S. 90; das schon immer zu Bayern gehörte), oder dass das Dörfchen Vitt in der Unesco-Welterbeliste steht (S. 209). Das Jagdschloss Juliusruh brannte nicht 1945 ab, sondern wurde nach Historiker-Wissen bereits 100 Jahre zuvor ruinös und abgerissen  (S. 107), in Juliusruh befand sich das ORWO-Ferienlager, denn bereits 1964 war die Warenzeichenumstellung von Agfa auf ORWO erfolgt (S. 228). Die Karten am Ende des Buches helfen, die Orte leicht zu finden.


Emons Verlag, www.emons-Verlag.de, ISBN 978-3-95451-837-1, 240 Seiten, 16,95 Euro